Marokko 2018 – Tag 24: Cirque de Jaffar

Cirque de Jaffar

Für heute haben wir uns den Cirque de Jaffar vorgenommen. Wir wurden in den letzten drei Wochen immer wieder von anderen Motorradreisenden angesprochen, ob wir schon dort waren und wie wohl der aktuelle Zustand ist. Manche berichteten auch von Stürzen, aufgrund tiefer Spurrinnen oder Auswaschungen. Daher wollten wir uns selbst ein Bild machen.

 

Von Midelt aus nehmen wir eine ausgebaute Schotterautobahn, die sich gut fahren lässt und nebenbei auch noch durch eine beeindruckend schöne Landschaft führt.

Schotterautobahn auf dem Weg zum Cirque de Jaffar

 

Spektakulär vermischen sich Berge und Täler

Der Einstieg in den Cirque de Jaffar ist ein breites Feld aus Schotter und kleinen Felsen, in dem man zunächst aber noch Fahrzeugspuren ausmachen kann, um ihnen zu folgen. Das ändert sich allerdings schnell, denn die Anzahl der Fahrzeuge, die die Fahrt hier fortsetzen scheint eher gering zu sein. Gerade mehrspurige Fahrzeuge dürften im weiteren Verlauf Probleme haben, einen Weg zu finden und sollten möglichst viel Bodenfreiheit haben, um das Fahrzeug nicht an den Felsen zu beschädigen. Wir haben heute zumindest kein anderes Fahrzeug gesehen.

Einstieg in den Cirque de Jaffar

 

Der kleine Freund hat wohl den Anschluss an seine Herde verloren und versucht durch lautes Geheul auf sich aufmerksam zu machen.

 

Die Fahrzeugspuren sind zu Ende. Ab jetzt muss man selbst schauen, wo der beste Weg ist.

 

Durch den Regen der letzten Tage führt das sonst vermutlich ausgetrocknete Flussbett heute braun verfärbtes Wasser. Es ist nicht tief, aber es lässt sich nicht genau sehen, was unter der Wasseroberfläche ist. Einen Hinweis auf größere Steine geben nur die Verwirbelungen des Wassers. Je größer, desto wahrscheinlicher, dass sich darunter ein großer Stein befindet.

Glücksspiel im Wasser – treffe ich einen großen Stein?

 

Teile der Strecke fahren wir komplett im Wasser, weil es sich dort immer noch besser fahren lässt, als am „Ufer“.

 

Im stehen fahren solange es irgendwie geht, denn dadurch kann man das Gleichgewicht deutlich besser halten.

 

An manchen Stellen muss man sich allerdings vorsichtig vortasten, da aufgrund der Größe der Steine klar ist, dass ein flüssiges Fahren nicht möglich ist. Sobald sich Vorder- oder Hinterrad zwischen den Steinen verklemmen helfen nur noch beherzte Gas Stöße, damit sich das Motorrad „frei springen“ kann. Kein guter Tag für die Kupplung…

 

Ein Schäfer kommt mit seiner Herde das Tal entlang und fängt ungefragt an uns helfen zu wollen. Nur kann man ein Motorrad samt Fahrer nicht durch die schwierigen Stellen ziehen, wie einen Esel. Nach ein paar Versuchen machen wir ihm klar, dass es nett ist, aber allein besser geht. Das hält ihn allerdings nicht davon ab, über die 30 Dirham, die wir ihm anschließend für seine „Hilfe“ geben, sehr enttäuscht zu sein. Viel lieber hätte er sich den 50 Dirham Schein aus Christophs Geldbörse gezogen, der Schlingel 🙂

Schäfer bleib bei Deinen Schafen…

 

Die größeren Steine werden irgendwann weniger und der Rest lässt sich flüssig fahren.

 

Nachdem das Flussbett wieder breiter wird, geht der GPS-Track links einen Hang hinauf und wir werden auf einem Hochplateau ausgespuckt. Es ist immer wieder überraschend, wie schnell sich die Umgebung hier ändern kann. Ob dieser Weg offiziell noch zum Cirque des Jafar gehört ist uns nicht ganz klar.

Hochplateau

 

Der weitere Weg führt uns auf eine flache Ebene und bald ins nächste Dorf.

 

Da wir gestern in Midelt ja eh kein Zimmer für zwei Nächte bekommen hatten, setzen wir unseren Weg Richtung Norden fort und finden im nicht weit entfernten Zaida das Maison d’hotes de Zaida. Ein nettes kleines Hostel, dass vermutlich von der gesamten Familie betrieben wird. Die vielen positiven Bewertungen im Internet sind nicht übertrieben.

Die Motorräder müssen heute zwar draußen bleiben, werden aber per Kamera überwacht.

 

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